Projekte 2001-2002

   
Raumbeschreibung
Die spätbarocke Pfarrkirche St. Stephan in Melchingen wurde 1767 - 1769 erbaut, 1888 ausgemalt und 1995 innen renoviert. Man betritt den Raum durch einen quadratischen mittelalterlichen Westturm, dem einzig erhaltenen Bauteil des Vorgängerbaus aus dem 15. Jahrhundert.

Das rechteckige Langhaus hat ein Verhältnis von 3 : 5. Der eingezogene im Halbkreis geschlossene Chor wird beiderseitig von zweigeschossigen Anbauten begleitet. Der südliche enthält im Erdgeschoß die Sakristei, beide im Obergeschoß zum Chor hin geöffnete Oratorien.

Das Schiff ist durch Wandpfeiler in drei gleich große Joche geteilt, die durch flache Gurtbögen voneinander getrennt und mit je einer Flachkuppel in Stucktechnik überwölbt sind. Die in gleicher Weise ausgeführte Flachkuppel des Chores ist durch einen Dreipaßbogen vom Schiff getrennt. Sie ruht auf sechs Wandpilastern und hat Stichkappen, die sich im Gewölbe unbestimmt verlieren.

Im Chorraum steht ein barocker Hochaltar mit Kreuzigungsgemälde, beidseitig symmetrisch eingebaute Beichtstühle und Chorgestühl, beides in grünlich marmorierter Fassung. Die Wandpilaster haben eine rote Marmorierung mit grünlichen Basen. Chor und Schiff sind durch eine Kommunionbank auf der ersten Chorstufe voneinander getrennt, die gleichfalls eine rote und grüne Marmorierung trägt.

Aufgabenstellung
Aufgrund der Material- und Formensprache des Kirchenraumes sollte die neue liturgische Ausstattung eine bildhauerische Arbeit aus Naturstein sein. Hierzu wurde ein beschränkter Wettbewerb ausgeschrieben, den der freischaffende Bildhauer J.M.Hoppe für sich entschied.

Die neuen Prinzipalien

Für Altar und Ambo wählte Hoppe in farbiger Anlehnung an die marmorierten Pilaster im Chor einen veronaroten Marmor, den er mit geriffelter und polierter Oberfläche gestaltete. Beide Objekte sowie der historische Taufstein stehen auf Bodenplatten aus dem gleichen Material. Bei Altar und Taufstein sind die Bodenplatten bündig in den grau-beigen Natursteinboden eingelassen, beim Ambo ist die Bodenplatte als kleines Podest vor die erste Chorstufe gelegt. Damit rückt der Ambo vor die Kommunionbank in das Schiff.

Die Sedilien bestehen aus silbergrau lasierter Esche und nehmen den Ton des Fußbodens auf. Das Ensemble wird abgerundet durch einen geometrisch gestalteten Osterleuchter aus brünierter und teils hell aufgeschliffener Bronze.
 
 

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