Projekte 2002-2004

   
Zur Geschichte der Stiftskirche
Die frühklassizistische Stiftskirche ist ein Hallenbau des Strassburger Architekten d’Ixnard, der auch St. Blasien im Schwarzwald entworfen hat. Zusammen mit dem örtlichen Architekten Großbayer wurde die Kirche 1779 -83 realisiert und im Oktober 1783 eingeweiht.

Zur Gestaltung der neuen Orgeln in der kath. Stiftskirche in Hechingen

Der Raum der Stiftskirche in Hechingen besticht durch seine klaren Proportionen und Gliederungen. Der Wechsel zwischen Pilastern und Fenstern prägt das Langhaus. Der Kirchenraum ist vornehmlich in unterschiedlichen Weiß- und Grautönen gefasst und mit Goldauflagen akzentuiert.
Bei dem Entwurfsprozess für die Emporen- und die Chororgel wurde das Ziel verfolgt, eine selbstbewusste, moderne Gestaltung zu entwickeln, die das klassizistische Raumerlebnis nicht stört, bzw. sich integrativ daneben behauptet. "In Gestalt und Ausdruck erwarten wir ein eigenständiges Instrument unserer Zeit, welches der hohen Qualität des Raumes auf gleicher Augenhöhe begegnet."
(Dr. Könner, Orgelsachverständiger LDA Stuttgart)

Die beiden Orgeln sollen sich in den Raum einfügen, ohne sich der Architektur des Raumes anzubiedern, wie dies heute leider oftmals geschieht. Die Hauptorgel passt sich harmonisch in den vorgegebenen Grundriss der Orgelempore ein. Sie hat die gleichen Rundungen wie sie die Orgelempore und auch die Seitenlogen aufweisen. Die Orgel stellt eine visuelle "Bekrönung" der Empore dar. Aus den im Raum vorhandenen Dekorelementen (gebündeltes, profiliertes und vergoldetes Deckenprofil) wird ein schlichtes, zeitgemäßes Prospektraster entwickelt. Dieses fügt sich harmonisch in den Raum ein und besitzt zudem eine eigenständige Ausstrahlung, die der einer Skulptur gleicht. Durch das Aufgreifen vorhandener Gestaltungselemente passt sich die Hauptorgel einerseits dem vorgegebenen Raum an, anderseits bereichert sie den Kirchenraum durch ihre zeitgemässe Formgebung.

Der Hauptprospekt ruht auf einem verjüngten Fuss, wodurch auch auf der Empore das Platzangebot im Bereich des Spieltisches erweitert wird. Die gependelten Prospektpfeifen ragen über die horizontale Prospektverkleidung mit unregelmässigem oberen Abschluss hinaus, der sich zur Mitte hin steigert. Die Bündelung der Pfeifen verleiht der Orgel einen erhabenen, aufstrebenden Charakter. Die Pfeifen werden von den waagerecht verlaufenden, vergoldeten Holzprofilen, deren Abstand analog den Goldprofilen des Deckengesimses nach oben grösser wird, wie von Bändern umfasst.

Im Entwurf für die Chororgel tauchen die Gestaltungselemente der Hauptorgel wieder auf, sind aber auf ihren Standort im vorderen Kircheschiff angepasst. Die Orgel stellt sich mit zwei Prospektseiten dar, die durch den runden Eckübergang fliessend miteinander verbunden sind. Die Chororgel erweckt so immer den Eindruck "von vorne" betrachtet zu werden. Der Prospekt entwickelt sich in erster Linie in die Höhe. Auf diese Weise werden die Pilaster optisch nicht tangiert und die Chororgel kann sich, ohne störend in den Raum zu ragen, selbstbewusst und eigenständig präsentieren.
Orgelmodell
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Orgeldisposition

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