Projekte 2002-2004

   
Baugeschichte
Die weithin bekannte Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt wurde unter Abt Anselm II. durch den Vorarlberger Baumeister Peter Thumb geschaffen und im Jahre 1750 geweiht. Mit der Säkularisierung des Klosters Salem gelangte die Birnau 1804 in die Hände des Markgrafen von Baden. Die Kirche blieb geschlossen, bis 1919 das Zisterzienserkloster Mehrerau bei Bregenz sie von Prinz Max von Baden erwarb.

Bauaufgabe

Nachdem sich Ende der 90er Jahre Steine aus dem Turm gelöst hatten und herunterzufallen drohten, war eine Sanierung des letztmals in den Jahren 1963-66 renovierten Turmes notwendig. Nach umfangreichen Voruntersuchungen zeigten sich Schäden insbesondere an den Dachgesimsen aus Sandstein sowie an der Verblechung und der Holzkonstruktion der Turmlaterne.

Restauration

Am Turm, der ab Höhe des Gesimses des Priesterhauses komplett in Sandstein ausgeführt ist, mußte der Sandstein verfestigt und am Traufgesims zum Teil erneuert werden. Wegen eindringender Feuchtigkeit aufgrund der schadhaften Turmverblechung ergaben sich umfangreiche Sanierungsarbeiten an der eichenen Holzkonstruktion der Turmlaterne. Neben der teilweisen Neuverblechung wurden auch das Turmkreuz saniert, die Kugel sowie die Zifferblätter neu vergoldet. Turm und Priesterhaus sowie die Fenstergitter im Erdgeschoß wurden neu gestrichen und gefaßt. Das mit mehreren Farbschichten lackierte, eichene Hauptportal wurde auf seine ursprüngliche Natursichtigkeit zurückgeführt.

Farbgebung
Die für den Betrachter auffälligste Veränderung durch die Restauration betrifft die geänderte Farbfassung von Turm und Priesterhaus. Da bei der letzten Renovation der gesamte Verputz des Gebäudes erneuert und der historische Bestand nur unzureichend dokumentiert wurde, gingen Recherchen zu den historischen Entwürfen und eine Diskussion über die zu wählende Farbfassung voraus. Zusammen mit dem Priorat, dem Erzbischöflichen Ordinariat, dem Landesdenkmalamt und dem Erzbischöflichen Bauamt Konstanz wurde eine Farbfassung erarbeitet, die die bisherige Uneinheitlichkeit der Farbwahl durch eine klare Gliederung von roter Fläche und altweiß gehaltenen Pilastern ablöste, wie sie bereits das Stifterbild des Abtes Anselm vermuten läßt.

wiederaufgesetzte
vergoldete Turmkugel

 

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