Projekte 1992-2001

   
Die aus dem ausgehenden 18.Jh. stammende Kirche hatte im Lauf der Zeit immer wieder Renovationen und Umbauten erfahren, die letzte und gravierendste 1953, wodurch deutliche Mängel im Raumgefüge entstanden. Der Bestand wies eine Raumcollage auf, die aus dem um 1885 renovierten, klassizistischen Schiff und seiner um 1953 angelegten, halbkreisförmigen Chorerweiterung bestand.
Nach dem mit der Neugestaltung beauftragten Künstler Michael Münzer sollten diese beiden architektonischen Sprachen in einen Dialog miteinander treten: "Durch gestalterische Maßnahmen sollen Beziehungen hergestellt werden zwischen älterem / rechteckigem / weißgehaltenem Schiff und neuerern / halbkreisförmigem / farbigem Chor. Die kreisförmige Wiederholung des Chorabschlusses in der Stufenlage trägt zu einer stärkeren Verknüpfung zwischen Chor und Schiff bei. Verschiedene Steinmaterialien gestalten spannungsvoll die Böden. Um bessere Größenverhältnisse zwischen Kirchenschiff und Chorraum herzustellen, wurde vor die Figurengruppe eine Wandscheibe eingestellt. Sie trägt als Antwort auf die Asymmetrie des Raumes durch den Glockenturm ein ebenfalls asymmetrisches Ensemble aus Wandbild, Farbstele und vorgestelltem Kreuz. Die Gesamtbreite des Ensembles entspricht der Breite der gläsernen "Fensterteppiche" im Chorraum; seine dreiteilige Anlage gleicht die räumliche Asymmetrie durch die Stellung des Kreuzes nach links aus und wird durch die Farbstele rechts wieder zur Mittelachse gebunden: Drei asymmetrisch ausgebildete Elemente bilden eine neue Mitte. Der Dialog der beiden Baustile im Kirchenraum soll sich auch in der Auswahl zweier unterschiedlicher Materialien - Anröcher Dolomit und patinierter Stahl - verdeutlichen. Der kreisförmige Altar wirkt als Dreh- und Angelpunkt zwischen Schiff und Chor und korrespondiert mit dem zurückliegenden Taufort. Der über die zwei Chorstufen angelegte Ambo schafft Nähe zum Gottesdienstbesucher."

nach oben

zurück