Projekte 2002-2004

   
Die Schlosskirche Haigerloch steht mit ihrem Turm
exponiert auf einem Felsvorsprung, der weit ins Eyachtal hineinragt. Infolge von Schädigungen des Sturm Lothars am 2. Weihnachtsfeiertag 1999, entwickelte sich die reine Schadensreparatur der Sturmschäden zu einer aufwendigen Gesamtdachsanierung.
Bei der detaillierten Untersuchung der Ziegeleindeckung durch die Märkische Keramikmanufaktur wurde deutlich, dass die ca. 150 Jahre alten Ziegel zum großen Teil wieder verwendet werden können und sehr hochwertig sind. Die vorgefundenen glasierten Hafnerziegel wurden von einem Töpfer der Region speziell für den Turm gefertigt. Sie sind aus feinem Ton und aufgrund der Glasur zweimal gebrannt. Frostschäden waren am gesamten Ziegelbestand keine zu finden.
Individuelle Bearbeitungsspuren auf der Rückseite der Hand-
strichziegel und die schon beschriebene "Einzelanfertigung" für diese Turmkappe machen den Ziegelbestand aus Sicht des Denkmalschutzes äusserst erhaltenswert.
Daraufhin wurde das gesamte Turmdach abgedeckt, schad-
hafte Ziegel aussortiert und die Zahl der zu ergänzenden Reparaturziegel wurde ermittelt.
Nachdem das Dachtragwerk zugänglich war, konnte das Turmtragwerk fachgerecht saniert und ein bislang nicht vorhandener Windverband eingefügt werden. Nach Eindeckung der Ziegel konnte die Spannbahn wieder entfernt werden und die Vermörtelung der Ziegel von Innen mit der Lattung erfolgen. Die gesamte Ziegelhaut wurde auch von aussen eingemörtelt. Der verwendete Kalkmörtel ist entsprechend historischen Rezepturen gemischt und mit Tierhaaren armiert, so dass eindringende Feuchte vom Mörtel aufgenommen und wiederabgegeben werden kann, ohne dass sich der Mörtelverbund löst.

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