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Untermettingen

Pfarrkirche St. Jakobus

Teilinnenrenovation
2006-2007

Bauherr:

Kath. Kirchengemeinde St. Jakobus, Ühlingen-Birkendorf (Untermettingen)

Planung und Projektleitung: Erzbischöfliches Bauamt Konstanz
Planung und Bauleitung: Lothar Weinig, Freier Architekt BDA, Waldshut-Tiengen
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Vorzustand

Fertigstellung

Baugeschichte

Die Pfarrkirche St. Jakobus in Untermettingen wurde 1738 erbaut, der Turmunterbau mit Turmkapelle geht bis ins 14. Jhdt. zurück. Die Kirche besitzt eine umfangreiche barocke Ausstattung (Hochaltar, Seitenaltäre, Kanzel) sowie historische Wandmalereien in der alten Turmkapelle. Die letzten Renovationsarbeiten wurden 1997-2000 außen, in den Jahren 1969-1972 innen durchgeführt.

Bauaufgabe

Der Kirchenraum befand sich in einem unansehnlichen und schlechten Zustand: er war stark verschmutzt, die Stuckdecke bereits an einigen Stellen notgesichert, die elektrische Anlage war erneuerungsbedürftig, die Kniebank-Röhrenheizung war veraltet, die barocke Holzausstattung durch Holzwurmbefall bereits stark angegriffen.

Da Untermettingen gleichzeitig Sitz der Jugendseelsorge des Dekanats Waldshut ist, war es pastorales Anliegen, im Zuge der Innenrenovation den Kirchenraum so umzugestalten, das verschiedene Formen der Gottesdienstgestaltung möglich sind.

Aufgrund der Komplexität der Bauaufgabe – Umgestaltung, Restaurierung, Modernisierung - und des damit verbundenen hohen Kostenaufwands zeigte sich frühzeitig, dass das Projekt nur in Bauabschnitten realisiert werden kann. Die eher ungewöhnliche Reihenfolge, in einem ersten Bauabschnitt zuerst die Umgestaltung und Modernisierung des Kirchenraums sowie Teile der Restaurierung durchzuführen, wurde von allen Beteiligten in mehreren Gesprächsrunden abgestimmt.

Durchführung

Umgestaltung

Die Umsetzung des Anliegens der Kirchengemeinde erforderte ein Grundkonzept, welches sich durch seine Wandlungsfähigkeit und Flexibilität auszeichnet. Hierzu wurde das minderwertige neuzeitliche Gestühl aus der Zeit der letzten Innenrenovation entfernt und durch eine lose Bestuhlung ersetzt. Um eine flexible Anordnung der Bestuhlung zu ermöglichen, wurde der hölzerne Gestühlsboden und der Sandsteinboden, der bereits mehrfach ergänzt worden war, ausgebaut und ein ebener, durchgängiger Bodenbelag aus Feinsteinzeugfliesen eingebaut.

Der bestehende Altar wurde in den Kirchenraum versetzt. Der Chorraum wurde als Taufort umgestaltet. Der Kreuzweg, bisher an den Wänden des Kirchenschiffs, wurde in den Chorraum umgehängt. Eine mobile Theaterbeleuchtung mittels Strahler lässt bei verschiedenen Anlässen zusätzlich zur regulären Beleuchtung unterschiedliche Ausleuchtungen des Raumes zu.

Die Emporentreppe und ein nachträglich eingestellter, nicht zur übrigen Ausstattung passender Beichtstuhl, bildeten einen eher trostlosen Raumabschluss. Die Neugestaltung dieses Bereiches erfolgte unter folgenden Kriterien: verschließbarer Emporenzugang, Windfang, Einstellmöglichkeiten für nicht benötigte Stühle und Ausstattungsgegenstände. Die erarbeitet Lösung ist modern, ablesbar als zeitgemäßer Einbau, aber nicht aufdringlich. Die in Folge früherer Erweiterung zu tief wirkende Empore ist nun für den Betrachter vom Kirchenschiff aus optisch verkürzt und fügt sich wieder stimmig in den Kirchenraum ein.

Restaurierung

Die historische Turmkapelle wurde in diesem Bauabschnitt sorgfältig restauriert. Aufgrund des im gesamten Kirchenraum verbreiteten Holzwurmbefalls wurde eine nachhaltige Bekämpfung mittels Gesamtbegasung durchgeführt.

Modernisierung

Die veraltete Kniebank-Heizung wurde ausgebaut, die Elektroanlage nach heutigen Anforderungen erneuert. Die Beheizung der Pfarrkirche erfolgt nun über eine Warmwasserheizung mit Wärmestationen. Eine Fußbodenheizung im vorderen Drittel des Kirchenschiffs sorgt bei Bedarf für entsprechende Behaglichkeit. Beide Heizsysteme können separat gesteuert werden. Der Wärmeerzeuger befindet sich an zentraler Stelle im Pfarrhaus, an welches die Pfarrkirche heizungstechnisch angebunden wurde.

Ausblick

Die noch ausstehende Restaurierung der restlichen Raumschale sowie eine neue liturgische Ausstattung, welche dem Grundkonzept entsprechen soll, stehen noch als weitere Aufgaben für die Kirchengemeinde an.

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