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Gutenstein

Pfarrkirche St. Gallus

Turmsanierung, Außen-
und Innenrenovation,
liturg. Neugestaltung
2008-2009

Bauherr:

Kath. Kirchengemeinde St. Gallus, Sigmaringen-Gutenstein

Entwurf, Planung, Bauleitung: Erzbischöfliches Bauamt Konstanz
(einschl. Neugestaltung liturg. Ausstattung)
Turmsanierung : Architekturbüro Dreher, Vilsingen
Staatl. Denkmalpflege: Herr Dr. Brand, RP Tübingen

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Baugeschichte

Die Pfarrkirche St. Gallus in Gutenstein wurde 1541 erbaut, 1812 erweitert, 1967 außen und 1983 innen renoviert.

Am Freitag, den 02. September 2005, nachts
um 4 Uhr und 12 Minuten schlug ein Blitz in den Kirchturm ein. Der Schaden war beträchtlich. Aus dem westseitigen Turm war ein großes Stück Mauerwerk herausgerissen worden. Herunterstürzende Trümmer hatten das Dach des Kirchenschiffes und der Sakristei beschädigt. Mauerbruchstücke lagen weit über den Kirchenvorplatz verstreut. Turmuhr, Lautewerk und Elektroverteilung wiesen große Schäden auf.

Zur Behebung der Schäden war es erforderlich, den Kirchturm komplett einzurüsten. Deshalb lag es nahe, den Turm in diesem Zuge auch außen zu renovieren, schließlich war die letzte Außenrenovation fast 40 Jahre her. Die Renovierung des Kirchturms mit Reparatur der Schäden des Blitzschlags erfolgte im Jahr 2006.
Die notwendigen Maurer-, Zimmerer-, Dachdecker-, Blechner- und Malerarbeiten, sowie die Sanierung der Turmuhr, des Läutewerks und der Zifferblätter wurden unter der Bauleitung des Arch.büro Dreher aus Vilsingen durchgeführt.

Nach Abschluss der Arbeiten im November 2006 war der Unterschied zwischen frisch saniertem Kirchturm und dem in 4 Jahrzehnten gealterten Kirchenschiff nicht zu übersehen. Zudem war bereits im Zuge der Ermittlung des Blitzschadens überprüft worden, ob weitere Baumaßnahmen erforderlich sind. Dabei hatte sich gezeigt, dass das Dachtragwerk keine konstruktive Verbindung zum Turmschaft aufweist und sich infolge mangelnder Längsaussteifung deutlich nach Westen geneigt hatte. Der Dachstuhl aus dem Jahre 1541 war vollständig in Eiche abgezimmert, die westliche Erweiterung aus dem Jahre 1812 über den zwei hinteren Fensterachsen wurde aus Nadelholz errichtet.

Die Auflager der Deckenbalken im Bereich der Traufe waren stark geschädigt, viele Deckenbalkenköpfe und Sparrenfußpunkte hatten erhebliche Schäden. Die gesamte Dacheindeckung war erneuerungsbedürftig. Die Stellung eines Außengerüsts zur Durchführung dieser Arbeiten wurde notwendig.

Aus Sicherheitsgründen erforderte die Sanierung des Dachtragwerks zudem ein Innengerüst im Kirchenschiff. Es lag nahe dieses Gerüst auch für den fälligen Innenanstrich zu nutzen.

Im Zusammenhang mit den nun anstehenden umfangreichen Sanierungsmaßnahmen an der Kirche wollte die Kirchengemeinde auch das in die Jahre gekommene Provisorium aus Spanplatten und Teppichboden im Chorbereich angehen. Chorraum und liturgische Ausstattung sollten neu und dauerhaft gestaltet werden.

Für die nun vorgesehene umfassende Außen- und Innerenovation mit liturgischer Neugestaltung erstellte das Erzb. Bauamt Konstanz eine Planung mit Kostenberechnung. Die Maßnahme wurde am 13.5.2008 durch das Erzb. Ordinariat Freiburg genehmigt.

Die Neugestaltung der Prinzipalien hat eine besondere Geschichte. Das Erzb. Bauamt hatte für die Kirchengemeinde zwei Gestaltungsvorschläge ausgearbeitet. Einen Vorschlag aus Stein und einen aus Holz. Die Kirchengemeinde entschied sich für die Holz-Lösung. Das Holz wurde aus dem Gemeindewald durch die Kommune gestiftet. Den ca. 180 Jahre alten Eichenbaum suchte der örtliche Förster Herr Fischer aus. Der Pfarrgemeinderat Herr Ettwein hat den Baum geschnitten. Das Holz wurde ca. ein dreiviertel Jahr langsam künstlich getrocknet. Schreiner Nehm aus Neufra bei Langenenslingen fertigte die Prinzipalien auf Grundlage der Planung des Erzb. Bauamts Konstanz an.

Besondere Erwähnung verdient der enorme ehrenamtliche Einsatz der Kirchengemeinde: 750 Arbeitsstunden wurden an Eigenleistungen erbracht, die Besprechungen nicht mitgerechnet. Die Zusammenarbeit der Ehrenamtlichen mit den Handwerkern und dem Erzbischöflichen Bauamt Konstanz funktionierte vorbildlich.

Die feierliche Altarkonsekration durch Herrn Weihbischof Dr. Uhl fand am 17.05.2009 statt.

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