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Betenbrunn

Wallfahrtskirche St. Maria

Innenrenovation 2007

Bauherr:

Kath. Kirchengemeinde St. Maria, Betenbrunn

Planung und Bauleitung: Erzbischöfliches Bauamt Konstanz
Denkmalpflege: Volker Caesar, Regierungspräsidium Tübingen
Dr. Dörthe Jakobs, Jochen Ansel,
Landesamt für Denkmalpflege in Esslingen

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Baugeschichte

Die Wallfahrtskirche St. Maria in Betenbrunn bei Heiligenberg findet aufgrund ihrer wertvollen barocken Ausstattung im Bodenseekreis besondere Erwähnung. Die Geschichte der Kirche reicht indes noch weit über die Barockzeit hinaus. Der möglicherweise aus einem keltischen Brunnenheiligtum  erwachsene Wallfahrtsort Betenbrunn wurde bereits 1275 erstmals erwähnt. 1373 stifteten die Grafen Werdenberg – Heiligenberg bei der Kirche zunächst ein Franziskanerkloster und dann ein Kollegiatsstift, das bis zu seiner Aufhebung 1801 auch die in der Kirche bestehende gräfliche Grablege betreute. Für das Jahr 1373 ist auch ein Kirchenneubau bezeugt, von dem nur noch der Turm und die Sakristei erhalten sind.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts erfolgte die Umgestaltung des Kirchenschiffes zum barocken Saalbau, um 1700 dann die Stuckierung. 1727 wurde eine umfangreiche Renovation eingeleitet, der die heute noch erhaltene barocke Ausstattung zu verdanken ist.

Unter der Leitung des Erzbischöflichen Bauamtes Konstanz wurde 2007 letztmalig eine umfassende Innenrenovation  durchgeführt, deren Hauptanliegen die Instandsetzung der wertvollen barocken Raumschale und Ausstattung war. Es erfolgten die reinigenden und konservierenden Maßnahmen am beeindruckenden Bildbestand und den teils äußerst wertvollen Figuren, wobei besonderes Augenmerk auf die Restaurierung des Renaissance – Taufsteins gelegt wurde. Die Wände wurden vom Schmutz der Jahre befreit und neu gefasst, die Stuckierungen dezent gekalkt. Der historische Sandsteinboden wurde in situ restauriert, die Emporen- und Dachaufgänge sowie sämtliche Holzböden erfuhren eine grundlegende holztechnische Überarbeitung. Beim wertvollen Gestühl mit seinen aufwändigen barocken Docken wurden die dicken Farbschichten entfernt, es erfolgte eine holzsichtige Oberflächenbehandlung.

Das Interesse der kleinen aber sehr aktiven Pfarrgemeinde am Erhalt ihrer wertvollen Wallfahrtskirche war sehr groß. So konnten die Erlöse der über ihre Grenzen hinaus bekannten jährlichen Betenbrunner Dorffeste in die Finanzierung mit einfließen, ebenso ein hoher Anteil von Eigenleistungen.

Auch existiert die rechtlich selbständige Hanns und Cläre Lohner-Stiftung, deren alleiniger Stiftungszweck die nachhaltige Pflege und Erhaltung der Marien – Wallfahrtskirche ist.

Allein die renovierte barocke Wallfahrtskirche lohnt einen Besuch in der kleinen Gemeinde Betenbrunn. Nicht zu verachten ist aber auch die reizvolle Landschaft des Linzgaus. Die Kirche liegt etwa 700 Meter hoch auf einem teilweise bewaldeten Bergrücken, der einen weitreichenden Blick bis zur Alpenkette bietet.

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